
Leitfaden zur Klimabilanz
CO2-Bilanz erstellen: Schritt für Schritt mit Rechenbeispiel und CO2-Rechner
Sie sollen die erste CO2-Bilanz Ihres Unternehmens erstellen und wissen nicht genau, wo Sie anfangen sollen? Hier gehen wir die sechs Schritte durch, zeigen ein Rechenbeispiel und sagen Ihnen, wo die meiste Zeit verloren geht. Mit unserem CO2-Rechner können Sie gleich mit Ihren eigenen Zahlen rechnen.
Wie erstellt man eine CO2-Bilanz?
Kurz gesagt: Sie legen den Rahmen der Bilanz fest, ordnen Ihre Quellen Scope 1, 2 und 3 zu, sammeln Verbrauchsdaten, multiplizieren den Verbrauch mit Emissionsfaktoren und dokumentieren Ihr Vorgehen. Die Formel ist einfach. Zeit kostet es, die Daten zu sammeln und die Methode Jahr für Jahr gleich anzuwenden.
CO2-Bilanz und Klimabilanz meinen dasselbe. Wenn Sie zuerst den Überblick möchten, beginnen Sie mit unserem Leitfaden zur CO2-Bilanz.
Kurz gesagt
- Schritt 1: Rahmen der Bilanz festlegen
- Schritt 2: Quellen erfassen und Scope 1, 2 und 3 zuordnen
- Schritt 3: Daten sammeln
- Schritt 4: Emissionen berechnen: Verbrauch mal Emissionsfaktor
- Schritt 5: Dokumentieren, damit die Zahlen prüfbar sind
- Schritt 6: Berichten und die Zahlen nutzen
Bevor Sie anfangen: wofür brauchen Sie die Bilanz?
Es lohnt sich, vorher zu klären, wofür Sie die Zahlen brauchen. Davon hängt ab, wie detailliert die Bilanz sein muss. Eine CO2-Bilanz dient typischerweise dazu:
- herauszufinden, wo Ihre größten Emissionen liegen
- zu entscheiden, wo Sie zuerst reduzieren
- Ziele zu setzen und sie nachzuverfolgen
- Anfragen von Kunden und Banken zu beantworten
- Daten für die ESG- und CSRD-Berichterstattung zu liefern
Sie sind unsicher, wozu Sie verpflichtet sind? Lesen Sie unseren Leitfaden zur Pflicht zur CO2-Bilanz.
Schritt 1: Den Rahmen festlegen
Entscheiden Sie, welche Gesellschaften, Gebäude und Aktivitäten die Bilanz umfasst. Der Rahmen muss jedes Jahr gleich sein, sonst lassen sich die Zahlen nicht vergleichen.
- Welche Gesellschaften und Standorte gehören dazu?
- Mit welchen Scopes beginnen Sie?
- Welches Jahr ist Ihr Basisjahr, an dem Sie die Entwicklung messen?
Schritt 2: Quellen und Scopes erfassen
Erstellen Sie eine Liste von allem, was Emissionen verursacht: Energie, Kraftstoff, Transport, Einkauf, Abfall, Reisen sowie die Produkte und Dienstleistungen, die Sie einkaufen und verkaufen. Ordnen Sie jede Quelle nach dem GHG Protocol Scope 1, 2 oder 3 zu. Wenn Sie unsicher sind, was wohin gehört, hilft Ihnen unser Leitfaden zu Scope 1, 2 und 3.
Schritt 3: Daten sammeln
Hier verbringen die meisten die meiste Zeit. Sie brauchen Aktivitätsdaten, also Mengen: kWh Strom und Wärme, Liter Diesel, Kubikmeter Wasser, Kilogramm Abfall und Euro für den Einkauf.
In vielen Unternehmen liegen diese Zahlen verteilt auf Rechnungen, Kundenportale der Versorger und Tabellen für jedes Gebäude. Wird der Verbrauch dagegen automatisch von Ihren Zählern erfasst, liegen die Daten bereit, wenn die Bilanz erstellt werden soll.
- Strom, Fernwärme und Gas je Gebäude
- Kraftstoff für eigene Fahrzeuge und Maschinen
- Wasser und Abfall
- Einkauf, Transport und Reisen
Schritt 4: Emissionen berechnen
Das Grundprinzip ist einfach: Verbrauch mal Emissionsfaktor ergibt die Emissionen. Der Emissionsfaktor gibt die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen pro Einheit an, zum Beispiel pro kWh Strom oder pro Liter Diesel. Das Ergebnis wird in CO2e umgerechnet, damit sich verschiedene Treibhausgase addieren lassen.
CO2-Rechner: rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen
Mit dem Rechner sehen Sie in wenigen Sekunden, wie viel CO2 Ihr Energieverbrauch verursacht. Er deckt die wichtigsten Quellen aus Scope 1 und 2 ab.
Tragen Sie Ihren Verbrauch und den Emissionsfaktor ein. Die Emissionen ergeben sich aus Verbrauch mal Emissionsfaktor. Die Felder sind mit offiziellen deutschen Faktoren vorbelegt. Wenn Sie Ihre eigenen Faktoren kennen, etwa aus der Stromkennzeichnung Ihres Versorgers, tragen Sie diese ein.
| Verbrauch | Menge | Emissionsfaktor (g CO2 pro Einheit) | Emissionen |
|---|---|---|---|
| Strom (kWh) | 0 kg | ||
| Erdgas (kWh laut Rechnung) | 0 kg | ||
| Fernwärme (kWh) | 0 kg | ||
| Heizöl (Liter) | 0 kg | ||
| Diesel (Liter) | 0 kg |
Emissionen gesamt: 0 t CO2
Quellen der vorbelegten Faktoren: Strom 344 g CO2/kWh, deutscher Strommix 2025 (Schätzung), Umweltbundesamt. Erdgas 182 g CO2/kWh bezogen auf den Brennwert, so wie die meisten Gasrechnungen die kWh ausweisen (Senatsverwaltung Berlin; das entspricht 201 g CO2/kWh bezogen auf den Heizwert im Infoblatt von BAFA und KfW), sowie Heizöl und Diesel 2.660 g CO2/Liter, Infoblatt CO2-Faktoren von BAFA und KfW. Weist Ihre Rechnung kWh nach dem Heizwert aus, tragen Sie 201 als Faktor ein. Für Fernwärme nutzen Sie den Faktor Ihres Versorgers. Die Faktoren sind reine CO2-Werte ohne Vorketten.
Rechenbeispiel: Ein Bürogebäude verbraucht 200.000 kWh Strom im Jahr. Nach dem GHG Protocol wird Strom auf zwei Arten bilanziert, und das Ergebnis kann sehr unterschiedlich ausfallen:
| Methode | Emissionsfaktor | Emissionen |
|---|---|---|
| Standortbasiert (deutscher Strommix 2025) | 344 g CO2/kWh | 200.000 × 344 g = 68,8 t CO2 |
| Marktbasiert ohne Herkunftsnachweise | Faktor aus der Stromkennzeichnung Ihres Versorgers oder dem Residualmix | Abhängig von Ihrem Vertrag |
| Marktbasiert mit Herkunftsnachweisen für den gesamten Strom | 0 g CO2/kWh | 0 t CO2 |
Die richtigen Faktoren hängen von Land und Jahr ab und werden laufend aktualisiert. Der Unterschied zwischen den beiden Methoden zeigt Ihre Wahl beim Strombezug, deshalb gehören beide Werte in die Bilanz. Mehr dazu lesen Sie in Marktbasiert vs. standortbasiert: Scope-2-Emissionen erklärt und auf unserer Seite zu Emissionsfaktoren.
Schritt 5: Dokumentieren, damit die Zahlen prüfbar sind
Eine CO2-Bilanz muss sich genauso belegen lassen wie ein Finanzabschluss. Emissionsfaktoren werden aktualisiert, und historische Daten können sich ändern. Speichern Sie deshalb Methode und Datengrundlage für jede Periode. Sie sollten zeigen können:
- Woher die Daten stammen
- Wie gerechnet wurde
- Welche Emissionsfaktoren verwendet wurden
- Wann die Bilanz erstellt wurde
Genau hier stoßen viele Tabellenlösungen an ihre Grenzen. Wird die Bilanz ein- oder zweimal im Jahr von Hand erstellt, lässt sich später kaum erklären, warum die Zahlen so aussehen, wie sie aussehen.
Schritt 6: Berichten und die Zahlen nutzen
Die CO2-Bilanz ist die Grundlage für Ihren ESG-Bericht und für Ihre Antworten an Kunden und Banken. Den größten Nutzen haben Sie aber, wenn Sie die Zahlen nutzen, um zu entscheiden, wo Sie Emissionen senken.
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Ihre Klimadaten liegen noch in Excel und verteilt auf verschiedene Systeme? In unserem E-Book erfahren Sie, wie Sie Klimadaten strukturieren, wie Emissionen berechnet und dokumentiert werden und wie ein Energiemanagementsystem die Arbeit automatisieren kann.
Manuelle oder automatisierte CO2-Bilanz?
Viele erstellen die CO2-Bilanz noch von Hand aus Rechnungen, Lieferantendaten und Tabellen. Das ist machbar, aber die Daten veralten schnell, die Nachvollziehbarkeit leidet, und Änderungen an der Methode sind schwer zu dokumentieren. Am Ende steht oft ein Bericht statt eines Werkzeugs, mit dem Sie steuern können.
Bei einer EMS-basierten Klimabilanz beruhen die Zahlen direkt auf den Messwerten, die Sie bereits für Ihr Energiemanagement nutzen. Die Daten werden laufend aktualisiert und sind mit Ihren Gebäuden und Messpunkten verknüpft. Sehen Sie den Unterschied zwischen einer Standard- und einer EMS-basierten Klimabilanz.

So machen wir es
Die Klimabilanz auf Basis Ihrer Energiedaten
Mit Enity EMS kommen die Daten für Ihre Klimabilanz von den Zählern und Systemen, die Sie bereits haben. Der Verbrauch wird automatisch erfasst und den richtigen Kategorien zugeordnet, sodass Sie nicht jedes Mal Zahlen zusammensuchen müssen.
- Berechnung nach Scope 1, 2 und 3 des GHG Protocol
- Eine CO2-Kennzahl für Ihren Verbrauch von Energie, Wasser und Abfall
- Emissionsfaktoren für verschiedene geografische Ebenen mit automatischer jährlicher Aktualisierung
- Integriertes CSRD-Format
- Benchmarking Ihrer Gebäude mit vergleichbaren Gebäuden
Service & Support
Mehr als nur ein EMS
Mit Enity begleiten wir Sie durch den gesamten Prozess des Energiemanagements – von der Planung und Implementierung bis hin zur kontinuierlichen Beratung und Unterstützung. Unsere Service- und Supportleistungen sorgen dafür, dass Sie in jeder Phase erfolgreich sind – vom Setup bis zur Strategie.
- Plug-&-Play-Plattform
- Individuelles Onboarding
- Laufende Unterstützung & Expertenberatung

Mehr zur CO2-Bilanz
Fragen und Antworten zur Erstellung einer CO2-Bilanz
Wie erstellt man eine CO2-Bilanz?
Zuerst legen Sie fest, was die Bilanz umfasst, und ordnen Ihre Emissionsquellen Scope 1, 2 und 3 zu. Dann sammeln Sie Verbrauchsdaten, berechnen die Emissionen, indem Sie den Verbrauch mit einem Emissionsfaktor multiplizieren, und rechnen in CO2e um. Zum Schluss dokumentieren Sie die Methode und nutzen die Zahlen für Berichte und Reduktionsmaßnahmen.
Wie lange dauert es, eine CO2-Bilanz zu erstellen?
Das hängt vor allem davon ab, wo Ihre Daten liegen. Müssen Sie den Verbrauch aus Rechnungen und Tabellen für viele Gebäude zusammentragen, kostet die Datensammlung die meiste Zeit. Wird der Verbrauch automatisch von Ihren Zählern erfasst, liegen die Daten bereit, wenn die Bilanz erstellt werden soll.
Welche Daten brauchen wir für eine CO2-Bilanz?
Sie brauchen Aktivitätsdaten, zum Beispiel kWh Strom und Wärme, Liter Kraftstoff, Kubikmeter Wasser, Kilogramm Abfall und Euro für den Einkauf. Dazu kommen Emissionsfaktoren, die den Verbrauch in Emissionen umrechnen.
Wie berechnet man CO2-Emissionen?
Verbrauch mal Emissionsfaktor ergibt die Emissionen. Verbrauchen Sie zum Beispiel 200.000 kWh Strom und rechnen mit dem deutschen Strommix 2025 von 344 g CO2 pro kWh, sind das 68,8 t CO2. Mit unserem CO2-Rechner auf dieser Seite können Sie mit Ihren eigenen Zahlen rechnen.
Können wir die CO2-Bilanz in Excel erstellen?
Ja, viele erstellen sie ein- oder zweimal im Jahr von Hand in Tabellen aus Rechnungen und Lieferantendaten. Der Nachteil: Die Daten veralten schnell, es wird schwerer zu zeigen, woher die Zahlen stammen, und Änderungen an der Methode sind schwer zu dokumentieren.
Was ist ein Basisjahr?
Das Basisjahr ist das Jahr, an dem Sie Ihre Entwicklung messen. Es muss mit derselben Methode bilanziert werden wie die folgenden Jahre, damit die Zahlen vergleichbar sind.
Warum muss die CO2-Bilanz dokumentiert werden?
Weil Wirtschaftsprüfer, Kunden und Banken die Zahlen nachvollziehen können müssen. Sie sollten zeigen können, woher die Daten stammen, wie gerechnet wurde, welche Emissionsfaktoren verwendet wurden und wann die Bilanz erstellt wurde.

